Historische Rosen

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Die berühmteste „Hall of Fame“, sind eigentlich Plaketten, die auf dem Fußweg des Hollywood Boulevards in Los Angeles angebracht wurden. In den USA gibt es diese Ruhmhallen für alle möglichen Persönlichkeiten. Die Idee haben sich die Amerikaner von der Deutschen Walhalla bei Regensburg abgeschaut, dessen Idee bereits 1807 entstand um verdienten Persönlichkeiten deutscher Sprache zu Ehren (Könige, Politiker, Wissenschaftler, Maler, Schriftsteller, Bischöfe, Philosophen, Offiziere, Komponisten, bis hin zu Widerstandskämpfern).

Es gibt auch eine Ruhmeshalle für Rosen, getrennt nach modernen und historische Rosen, dort von der World Federation of Roses, der Weltfederation der Rosengesellschaften aufgenommen.

Historische Rosen sind Rosenzüchtungen von vor 1862, oder zumindest welche, die von diesen später gezüchtet wurden: Gallica, Zentifolien, Moosrosen, Albas, Damaszener, aber auch die frühen Remontantrosen, Bourbonrosen und Portlandrosen, die allesamt, trotz ihrer Französisch klingender Namen aus dem amerikanischen Kontinent stammen. Von den modernen Rosen unterscheiden sie sich im Erbgut und in der Folge im Erscheinungsbild. Historische Rosen duften intensiv, sind meist winterhart und pflegeleicht und benötigen weder Spritzungen gegen Pilzkrankheiten noch Abdeckung im Winter. Sie blühen meist nur einmal im Jahr, Portlandrosen, Bourbonrosen und Remontantrosen ausgenommen. Auch blühen sie nicht immer im ersten Jahr nach ihrer Pflanzung.

Eine Aufnahme in der Ruhmhalle historischer Rosen erkennt die historische und genealogische Bedeutung dieser Rosen für die Rosenzüchtung an. Sie zeigt aber auch an, dass diese Rosen ihre Popularität bis heute nicht eingebüßt haben.

Bisher sind die folgenden Rosen in die Ruhmhalle historischer Rosen aufgenommen worden:

  • Ramblerrose 'Mme Alfred Carriere' – Eine Kletterrose der Klasse Noisette, 1879 von J. Schwartz in Frankreich gezüchtet. Sie führt große doppelte weißrosa Blüten. Dies ist eine mehrfachblühende Rose. Diese Rose wurde im Jahr 2003 in die Ruhmhalle aufgenommen.
  • Rosa Mundi, auch Historische Wildrose Rosa gallica Versicolor genannt stammt von vor 1581 und ist ebenfalls eine Gallische Rose. Die großen Blüten haben 9 bis 16 Blütenblätter und sind Rot und Rosa gestreift. Seit 2009 wird sie in der Ruhmhalle geführt.
  • Historische Strauchrose Souvenir de la Malmaison ist eine Bourbonrose von heller rosa Farbe. Eingeführt 1843 vom französischen Züchter Béuze. Sie gehört zu den ursprünglichen Rosen der Ruhmhalle. Zu Recht, denn diese Rose, die speziell in Erinnerung an den Rosengarten des Schlosses Malmaison benannt wurde, erinnert daran, was die Französische Rosenzüchtung der Französischen Kaiserin und ersten Eherfrau von Napoleon Bonaparte, Joséphine de Beauharnais, zu verdanken hat. Sie ist, abgesehen davon, eine der schönsten zartrosaen Rosen, die es gibt und bis heute hat sie nicht an Beliebtheit eingebüßt.
  • Cecile Brunner – auch unter dem Namen Mme. Cecile Brunner, Mlle. Cecile Brunner, Mignon, oder Sweetheart Rose bekannt. Es handelt sich hierbei um eine Hellrose Polyantha-Rose, die erst 1881 eingeführt wurde, was sie eigentlich nicht zu einer historischen Rose macht. Die Veredlung erfolgte durch Ducher aus Frankreich, einer der berühmten französischen Züchter aus der Stadt Lyon. Diese Rose wurde zu Beginn des Bestehens in die Rosen-Ruhmhalle aufgenommen.
  • Gloire de Dijon – diese Kletterrose ist eine Teerose, was sie zu einer historischen Gartenrose macht. Ihre Farbe ist Orange-Rosa. Eingeführt wurde sie vom französischen Züchter Jacotot im Jahr 1853. Der Name übrigens bedeutet „der Ruhm von Dijon“. Diese Rose wurde zu Beginn des Bestehens in die Rosen-Ruhmhalle aufgenommen.
  • Gruss an Teplitz − auch unter dem Namen Virginia R. Coxe und Salut a Teplitz bekannt. Normalerweise als eine Bourbonrose klassifiziert, handelt es sich hierbei um eine Kreuzung aus
  • Bourbon-, China- und Teerose. Sie stammt von 1897 und deren Züchter war Rudolph Geschwind aus der Slovakei, damals Teil von Österreich-Ungarn. Die roten Blüten sind locker doppelt und haben einen intensiven Geruch. Diese Rose wurde im Jahr 2000 in die Ruhmhalle aufgenommen.
  • Mme. Hardy – Eine robuste Damaszenerrose, die vom Züchter Hardy aus Frankreich stammte. Doppelte Blüten wachsen an ihren Dolden. Die Blüte ist weiß und im Zentrum sind die Blütenblätter nach innen geneigt und zeigen ein grünes Knopfauge. Diese Rose wurde im Jahr 2006 in die Ruhmhalle aufgenommen.
  • Alter Busch − auch Common Monthly, China Monthly, Common Blush China, Old Pink Daily, Old Pink Monthly oder Parson’s Pink China genannt, wurde diese Mittelrosa Chinarose 1752 in Schweden und 1759 in England eingeführt. Sie ist eine der ursprünglichen Rosen der Ruhmhalle.
  • Rosa chinensis Mutabilis – auch Mutabilis, Tipo Ideale genannt, ist eine Chinarose. Die einzelne 4 cm großen Blüten erfahren viele Farbänderungen. Zu Beginn sehen sie Flammenrot, und werden dann Kupferfarben, Honiggelb und Orange und Rot. In der Tat können Rosen in all diesen Farben gleichzeitig am Rosenstamm gesehen werden. Es heißt dass deren offenen Blüten einem Schmetterling ähneln. Diese Rose ist seit 2012 Teil der Ruhmhalle.
  • Rosa gallica officinalis, auch Apothekerrose, Red Rose of Lancaster genannt, stellt eine sehr alte Variante der Gallischen Rose dar. Ihre Farbe ist leicht Rot mit gelben Dolden. Sie wurde 2012 in die Ruhmhalle aufgenommen.

Die meisten der historischen Sorten sind inzwischen ausgestorben, denn mit dem Ziel, immer neue, moderne Rosen zu züchten, die immer dauerhafter blühen sollten, hat man viele historische Rosensorten einfach zu Tode gekreuzt. Überlebt haben einigen versteckt in Hecken, Mauerfundamenten oder Bauerngärten.

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