Arbeitskalender: Juli – Rosen schneiden und genießen

lemonade

Der Garten ist in voller Blüte. Jetzt könnte man sich eigentlich am Besten auf der Terrasse unter der Pergola mit den Kletterrosen und Ramblerrosen und bei einer Limonade ein gutes Buch genießen.

Gewiss, ein bisschen sommerliche Faulheit sei vergönnt. Der Garten hat auch viel Arbeit gemacht und nun will man auch seine Blüten genießen. Deswegen wollen wir es fürs Erste auch nicht übertreiben. Beginnen wir doch einfach mal bei der besagten Pergola, die uns gerade so bildhaft zur Entspannung einlud – entlang mit der Limonade und dem Buch, sollte zum Sonnenbaden auch noch eine Gartenschere, Zwirn und ein paar Gartenhandschuhe her. Denn lange Triebe von Kletterrosen wollen im Juli angebunden werden.

Ein paar Zeilen im Buch, ein Schluck Limonade und wieder der Garten genießen. Aber was ist das? Verwelkte Blüten in mitten der Rosenpracht? Gartenschere raus und Rosen schneiden. Nicht nur, damit der Rosengarten in seinem vollsten Glanz erscheinen kann, sondern auch damit problemlos neue Blüten nachwachsen können. Das gilt natürlich nur für öfter blühenden Rosen. Wenn man das tut, bekommen die Rosen eine zweite Blüte. Es sei denn man wünscht demnächst mit einem Hagebutten-Tee unter der Pergola Platz zu nehmen. Denn wenn man die Blüten entfernt können keine Hagebutten wachsen.

Bei Kletter- und Strauchrosen genügt es, über dem nächsten oder übernächsten Blatt zu schneiden. Die Edelrosen, sowie alle anderen Beetrosen werden stärker geschnitten. Die Rosenschere muss hierfür oberhalb des nächsten fünffach gefiederten Blattes angesetzt werden, da nur dort ein blühfähiger Trieb gebildet wird. Das kann schon manchmal 30-40 cm unterhalb der verwelkten Blüten sein. Auf keinen Fall zu viel Grün abschneiden, denn die Blätter sind wichtig für einen gesunden Rosen-Stoffwechsel.

Und wo man doch sowieso zwischen den Rosen steht, wenn es sich um Strauchrosen handelt, dann muss auch der Sommerschnitt her. Allerdings nur bei einmal blühenden Strauchrosen. Auch Wildtriebe müssen entfernt werden, denn viele Gartenrosen sind auf Wildrosen veredelt – entweder am Wurzelhals oder oben unterhalb der Krone bei Hochstämmen. Die Wildrosen treiben aber immer wieder durch. Sie rauben aber einer auf ihr angesetzten Edelrose die Kraft, da diese weniger wachst. Keine Wildtriebe, mehr Kraft für die an der Wildrose angesetzten Edelrose.

Wie aber unterscheidet man eine Wildtrieb von einem anderen Trieb, wenn man kein Zuchtgärtner ist? Recht einfach eigentlich, denn sie haben kleinere Blätter, sind oft 7-fiedrig, und verfügen über eine hellere grüne Farbe. Wie es geht? Das hängt ganz davon ab, wo die Wildtriebe sich befinden. Am Stamm der Hochstämme einfach mit einer Rosenschere flach wegschneiden; bei Beetrosen unterhalb der Veredlungsstelle, einfach mit einem kräftigen Ruck abreißen.

Zum Schluss sollte man ein bisschen Bodenpflege nicht vergessen. Nahrung nach der ersten Sommerblüte, damit die Rosenpflanzen noch einmal kräftig nachblühen können: ein paar Hände Kompost, etwas Brennnessel-Jauche, oder einen organischen Dünger. Das ist dann das letzte Mal, an dem die Rosen im Jahr gedüngt werden. Späteres Düngen empfiehlt sich nicht, denn das Holz soll bis zum Wintereinbruch ganz hart werden und wenig Wasser enthalten, damit dieses bei Frost nicht friert und die Pflanze abstirbt.

Im Hochsommer muss auch auf das Wässern der Rosen geachtet werden. Bei großer Trockenheit aber die Rosen nicht mit Wasser sprengen, denn das fördert den Pilzbefall mit Sternrußtau. Das Wässern sollte hier ein bis zweimal die Woche geschehen und zwar im Wurzelbereich der Rosen.

Ein regelmäßiges Lockern des Boden, sowie Mulch aus Stroh, hilft gegen Austrocknen in heißen Sommern. Auch der Mensch muss vor Austrocknung geschützt werden. Deswegen wäre nun, nach all dieser Rosenarbeit, die Rückkehr zur Limonade unter der Rosen-Pergola angebracht.

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